Sonntagsausflug in ein Sumpfgebiet am Rande von Leipzig

Der Titel von „www.urbexandmore.com“ lautet: „Urbex & more“. Heute haben wir uns dem „& more“ gewidmet. Genauer gesagt einem Sumpfgebiet am Rande von Leipzig. Ein kleines Stück (fast) unberührter Natur, wenn man mal davon absieht, dass nahe dem Sumpfgebiet eine Autobahn entlangführt und mitten im Sumpfgebiet bereits eine Autobahnbrücke gebaut wird und somit dieses Sumpfgebiet bald der Vergangenheit angehören wird. Ja, wenn die Leipziger nicht bauen und buddeln dürfen, werden sie schnell unzufrieden, obwohl sie dies meines Erachtens nach immer sind. An dieser Stelle sei nur das Stichwort „Legida“ erwähnt und die geneigte Leserschaft wird verstehen, was ich meine. Heute wollten wir unseren Tag fernab von unzufriedenen, paranoiden Menschen verbringen und uns nicht mit dem grenzdebilen, xenophoben Legida- und Pegida-Scheißdreck beschäftigen. Unsere fast 18-jährige (und somit bald volljährige) Hündin Flocke begleitete uns bei der Exkursion. Selbstverständlich darf dieses Stück „unberührter Natur“ eigentlich nicht betreten werden. Schilder wie „Vorsicht Lebensgefahr, Bergbaugelände“ und „Nicht betreten – Deponie“, sowie „kilometerlange 2-Meter-Zäune mit sehr spitzen Enden (aua)“ und „diverse verschlossene Schranken“ sollen potentielle Besucher davon abhalten, diesen Landstrich aufzusuchen. Wie man weiß, locken solche Schilder ja insbesondere Urban-Explorer an…


ANNOTATION: Um ein echtes Stück unberührter Natur handelt es sich freilich nicht bei diesem Sumpfgebiet. So etwas findet man in der ehemaligen DDR nicht. Dieses Sumpfgebiet entstand, weil hier früher aus einem riesengroßen Loch Kohle gebaggert wurde. Nach der Wende wurde die Kohleförderung aus diesem Loch eingestellt und eine „Renaturierung“ fand statt. Das bedeutet schlicht und ergreifend, dass das Loch mit Wasser geflutet wurde und somit am Rand des Loches ein Sumpfgebiet entstand. Von „unberührter Natur“ kann somit keine Rede sein. Die Natur wurde in diesem Landstrich missbraucht. Vergewaltigt. Wie überall in der ehemaligen DDR.