Paralleluniversum in Leipzig endlich entdeckt!

Schon immer gingen wir davon aus, dass irgendwo in Sachsen ein Paralleluniversum existent sein muss, denn anders war uns das paranoide und xenophobe Verhalten der Eingeborenen nicht erklärbar. Wir vermuteten den Ort des Paralleluniversums in der Nähe von Dresden, genauer gesagt in Kesselsdorf, denn dort wohnt (oder wohnte) „Lutz Bachmann“, der als Gründer der islamfeindlichen Bürgerbewegung „Pegida“ (deren wirre Anhänger meist an Montagen irgendwo kreisförmig rumlaufen und dabei „Wir sind das dumme Volk“ grölen) gilt.

Wir fanden das gesuchte Paralleluniversum aber weder in Dresden, noch in Kesselsdorf und hatten die Hoffnung es jemals zu finden, eigentlich schon aufgegeben.

Unser letzter Urbex-Streifzug führte uns durch die Leipziger Stadtteile Reudnitz und Anger-Crottendorf zu einem verkommenen Gelände mit etlichen Mauerresten. Aus einer brüchigen und mit Rissen übersäten Mauer hörten wir ein pfeifendes, zischendes Geräusch und wir verspürten einen immer größeren Sog als wir uns der Mauer näherten. Festen Fußes trat ich gegen die brüchige Mauer, woraufhin einige Mauersteine regelrecht „aufgesaugt“ wurden. Wie bei einer Implosion. Das hinter der Mauer befindliche Vakuum sog die von mir losgetretenen Bruchsteine nach innen. Es entstand ein Loch.

Was wir dann zu sehen bekamen, war unheimlich und faszinierend zugleich. Wir hatten es entdeckt: Das Paralleluniversum. Aus meiner Jackentasche kramte ich mein Smartphone, um das Schauspiel bildhaft zu dokumentieren. Mit aller Kraft hielt ich mich mit einer Hand an einer  starken Baumwurzel fest, um nicht ins Paralleluniversum hineingesogen zu werden. Endlich hatte ich mein Handy ertastet und stellte fest, dass es in meiner Hand zu Staub zerfiel. „Nicht verwunderlich“, dachte ich mir, „1932 gab es schließlich noch kein „Galaxy S7“. Für solch einen Fall sind wir aber stets gut vorbereitet und aus meinem Rucksack reichte mir meine Partnerin meine alte Agfa-Balgkamera, welche zu Anfang des 20. Jahrhunderts hergestellt wurde und  im Jahre 1932 bereits auf dem Markt erhältlich war.

Im Paralleluniversum sind die Planeten mit flexiblen Strängen untereinander verbunden. Ein umkreisender Mond ist  zu erkennen.

Meine Kräfte schwanden. Kaum noch konnte ich dem irrsinnigen Sog genug Widerstand leisten, aber Fotos mussten zwecks Beweis und Dokumentation erstellt werden. Es gelang mir.

Auf unseren Urbex-Touren erlebten und sahen wir schon allerhand. Ermordete Katzen, restlos verstümmelte Leichen, vier Selbstmörder (sie hingen noch an den Hanfseilen und waren teilweise skelettiert). Ebenso fanden wir vor ungefähr zwei Jahren Reste des Bernsteinzimmers, das Nazigold und den Schatz im Silbersee (im Schwarzwald). Die Krönung unserer Urban-Exploring-Touren ist nun aber zweifelsohne das Aufspüren des Leipziger Paralleluniversums. Dies gelang bislang noch keinem Urban Explorer.

An den kommenden Montagen legen wir uns auf die Lauer, um zu schauen, wer alles diesem Paralleluniversum entsteigt und werden gegebenenfalls darüber berichten. Sicherlich würden jetzt einige unserer Leser gerne wissen wollen, wo  genau sich dieses Paralleluniversum befindet.

Diese Frage werden wir auf keinen Fall beantworten, denn das widerspräche dem Codex der Urban Explorer. Locations werden nicht verraten und wir veröffentlichen ausschließlich Fotos, auf denen alles entfernt wurde, was auf den Ort hinweisen könnte (z.B. Geodaten in den EXIF-Dateien etc.).