Ergebnisse für den Suchbegriff: "Braunkohle"

Hochhalde bei Trages – Ergebnis jahrelanger Buddelei

Wenn der Sachse nicht Löcher buddeln darf, ist er missgelaunt. Okay, dieser Satz stimmt so nicht, denn der Sachse ist eigentlich immer mürrisch drauf. Durch den Aufschluss des Tagebaus Espenhain, entstand bei Trages ein künstlich aufgeschütteter, plateauartiger Hügel, der mittlerweile bewaldet ist und eine der höchsten Erhebungen des Direktionsbezirks Leipzigs darstellt. Hier wurden die Abraummassen des Espenhainer Tagebaus hingekippt. Außerdem wurde Ende der 40er Jahre die Asche aus dem Kraftwerk Espenhain an diesem Ort entsorgt. Mit der Errichtung des Großkraftwerks Thierbach Ende der 60er Jahre, kam noch die Verspülung der Asche in Aschespülbecken dazu. Teer- und andere Abfallprodukte (z.B. Kochtöpfe und Bollerwagen) wurden hier ebenfalls verkippt. Kurzum: Hier ist alles kontaminiert.


Der Sachse (und selbstverständlich auch die Sächsin) entledigen sich ihres Mülls (z. B. Trabi oder altes Fuhrwerk) gern in nahegelegenen Wäldern, Industriebrachen oder eben Halden. So auch in diesem Fall. Wir entdeckten bei einer Fotosession den Vorläufer des Pferdefuhrwerkes – einen Trabi. Angeblich sollen diese Dinger ja unkaputtbar gewesen sein, unser Fund beweist jedoch eindeutig das Gegenteil.

Einblicke in ein altes Kesselhaus

Kesselhäuser befinden sich bei Industrieanlagen meist in direkter Nachbarschaft zum Maschinenhaus, wo sich die mit dem erzeugten Wasserdampf angetriebenen Wärmekraftmaschinen (beispielsweise Dampfmaschinen oder Dampfturbinen) befinden. In einem Kesselhaus kann auch der Dampf für eine Fernheizung bereitgestellt werden. Um Kesselhäuser zu betreiben, mussten tonnenweise Natur (Braunkohle) verbrannt werden. Rings um Leipzig wurden aus diesem Grund riesige Löcher gebuddelt, um an die Braunkohle dranzukommen. Der Braunkohletageabbau hat über Jahrzehnte bizarre, von tiefen Furchen durchzogene Haldenlandschaften geschaffen, die auch heute noch an vielen Stellen wie Implantate von anderen Planeten wirken.
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Trotz aller Widrigkeiten beim Braunkohleabbau buddelt der Freistaat Sachsen munter und gewissenlos weiterhin tiefe Krater in die Landschaft. Alles des schnöden Mammons wegen. Teer, Öle und andere Gifte fügen der Umwelt unermesslichen Schaden zu. Das alte Kesselhaus, in dem viele Tonnen wertvolle Natur verbrannt wurden, ist cirka 5 Kilometer von Leipzig entfernt.

Das alte Förderband für Braunkohle

In der Nähe von Leipzig entdeckten wir ein altes Förderband, welches im Laufe der Jahrzehnte vermutlich mehrere Millionen Tonnen Braunkohle in die Öfen des darunterliegenden Kesselhauses schaufelte. Freilich alles auf Kosten der Umwelt. Wegen der hohen Umweltverschmutzung stand es mit der Gesundheit der DDR-Bewohner nicht gerade zum Besten. Ende der 1980er-Jahre war die Umweltsituation in der DDR dramatisch. Die DDR hatte 1988 knapp 17 Millionen Einwohner, Japan weit über 120 Millionen. Dennoch wurden in der DDR 30-mal so viel Schwefeldioxid emittiert, 100-mal mehr Staub und dreimal so viel CO2. Ja, Umweltschutz und Menschenleben waren der DDR-Regierung nicht egal, sondern scheißegal. Das alte Förderband trägt somit eine Mitschuld. Wann wird es endlich zur Verantwortung gezogen?

Die sächsische Energiewende

Im Löcher buddeln und dem Verheizen wertvoller Natur, sind die Sachsen schon immer Vorreiter gewesen. Bei der Verbrennung entstehen hohe Emissionen an Stickstoffoxiden, Schwefeloxiden, Quecksilber und Feinstaub, an dem wiederum Krebs erzeugende Substanzen wie zum Beispiel Blei, Cadmium, Nickel, PAK, Dioxine und Furane haften. Das Lippendorfer Braunkohle-Dampfkraftwerk (bei Leipzig) sorgt aufgrund ebenerwähnter Verschmutzungen (Körperverletzungen) für jährlich ungefähr 200 Todesfälle. Sind die Löcher gebuddelt und die darin befindliche Erde rückt keine Braunkohle mehr raus, wird die ganze Scheiße einfach geflutet, was das Grundwasser im Umland des Tagebaurestlochs in schwindelnde Höhen steigen lässt. Aber egal, scheiß der Hund drauf, zu was gibt es leistungsstarke Pumpen.

Nachdem die Tagebaurestlöcher geflutet worden sind, wird die so entstandene „künstliche Natur“ mit einfallslosen, quaderförmigen Gebäuden und Teerwegen ausstaffiert und als hochwertiges Erholungsgebiet angepriesen, um Touristen in die gefluteten Tagebaurestlöcher zu locken. Aus versicherungstechnischen Gründen werden zuvor diverse Schilder angebracht: Baden verboten, Hunde anleinen, keine Hunde erlaubt, Reiten verboten, Tiere mitbringen verboten, das Betreten des Tagebaugeländes ist untersagt, kein Feuer, Mülleimer benutzen (so gesehen am Tagebaurestloch „Störmthaler See“ bei Leipzig). Jedes geflutete Tagebaurestloch braucht selbstverständlich einen Hafen, damit die Touristen herumgeschippert werden können. Fantasienamen wie „Magdeborner Halbinsel“ (am Störmthaler See) sollen für maritimes Ambiente sorgen. Neben den Braunkohlekraftwerken werden flugs noch ein paar Windräder hingestellt, damit alles ökologisch verträglich und nachhaltig aussieht. Andernorts wird freilich kräftig weitergebuddelt und hochwertige Natur verheizt. Erde wird so lange gewendet, bis sie keine Energie mehr enthält, erst dann beschäftigt sich der Sachse mit der Energiewende. Per ineffizienter Fernwärmeleitungen wird die naturzerstörerische Braunkohleenergie an den Endverbraucher weitergeleitet. Bliebe noch zu erwähnen, dass selbstverständlich in allen Ortschaften, die an den „rekultivierten Tagebaurestlöchern“ liegen, Parkverbot herrscht und nur zu stark überteuerten Preisen auf ausgewiesenen Parkplätzen inklusive Parkscheinautomat geparkt werden darf. Den Kapitalismus haben sie jedenfalls schnell in sich aufgesogen, diese Sachsen…