Ergebnisse für den Suchbegriff: "DDR"

Ehemalige „Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft“ (LPG) in der „Dübener Heide“

Unter einer LPG (Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft) versteht man die Zwangskollektivierung von Bauern und Bäuerinnen und deren Produktionsmittel zur gemeinschaftlichen agrarischen Produktion. Dies wurde in der ehemaligen DDR praktiziert. Kollektivierung und Industrialisierung der Landwirtschaft gehörten zu den Grundideen des Sozialismus. Kleiner Auszug aus der Programmerklärung des ZK der KPD zur nationalen und sozialen Befreiung des deutschen Volkes (August 1930):

„Wir werden die Herrschaft der Großgrundbesitzer brechen, werden ihren Grund und Boden entschädigungslos enteignen und den landarmen Bauern übergeben, werden Sowjetgüter mit modernstem Maschinenbetrieb schaffen, die Arbeitsbedingungen des Landproletariats denjenigen der städtischen Arbeiterschaft gleichsetzen und viele Millionen werktätiger Bauern in den Aufbau des Sozialismus einbeziehen.“

Tja, hat auch alles nicht geklappt. Letztendlich ist der Mensch eben doch ein Individuum mit eigenen Ideen, eigenem Willen, eigenem Verwirklichungsdrang und kein gleichgeschaltetes Etwas.

Sonntagsausflug in ein Sumpfgebiet am Rande von Leipzig

Der Titel von „www.urbexandmore.com“ lautet: „Urbex & more“. Heute haben wir uns dem „& more“ gewidmet. Genauer gesagt einem Sumpfgebiet am Rande von Leipzig. Ein kleines Stück (fast) unberührter Natur, wenn man mal davon absieht, dass nahe dem Sumpfgebiet eine Autobahn entlangführt und mitten im Sumpfgebiet bereits eine Autobahnbrücke gebaut wird und somit dieses Sumpfgebiet bald der Vergangenheit angehören wird. Ja, wenn die Leipziger nicht bauen und buddeln dürfen, werden sie schnell unzufrieden, obwohl sie dies meines Erachtens nach immer sind. An dieser Stelle sei nur das Stichwort „Legida“ erwähnt und die geneigte Leserschaft wird verstehen, was ich meine. Heute wollten wir unseren Tag fernab von unzufriedenen, paranoiden Menschen verbringen und uns nicht mit dem grenzdebilen, xenophoben Legida- und Pegida-Scheißdreck beschäftigen. Unsere fast 18-jährige (und somit bald volljährige) Hündin Flocke begleitete uns bei der Exkursion. Selbstverständlich darf dieses Stück „unberührter Natur“ eigentlich nicht betreten werden. Schilder wie „Vorsicht Lebensgefahr, Bergbaugelände“ und „Nicht betreten – Deponie“, sowie „kilometerlange 2-Meter-Zäune mit sehr spitzen Enden (aua)“ und „diverse verschlossene Schranken“ sollen potentielle Besucher davon abhalten, diesen Landstrich aufzusuchen. Wie man weiß, locken solche Schilder ja insbesondere Urban-Explorer an…


ANNOTATION: Um ein echtes Stück unberührter Natur handelt es sich freilich nicht bei diesem Sumpfgebiet. So etwas findet man in der ehemaligen DDR nicht. Dieses Sumpfgebiet entstand, weil hier früher aus einem riesengroßen Loch Kohle gebaggert wurde. Nach der Wende wurde die Kohleförderung aus diesem Loch eingestellt und eine „Renaturierung“ fand statt. Das bedeutet schlicht und ergreifend, dass das Loch mit Wasser geflutet wurde und somit am Rand des Loches ein Sumpfgebiet entstand. Von „unberührter Natur“ kann somit keine Rede sein. Die Natur wurde in diesem Landstrich missbraucht. Vergewaltigt. Wie überall in der ehemaligen DDR.

Zeitz: Eine Stadt gammelt vor sich hin.

29.500 Einwohner, Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt, vermutlich seit 1.000 Jahren Weinanbaugebiet, Bierlager-Katakomben, Kinderwagenmuseum, Schloss Moritzburg, ZeKiWa (Kinder- und Puppenwagenproduktion zu DDR-Zeiten).

Soweit die Fakten. Interessant der zu beobachtende Einwohnerschwund in Zeitz: Einwohnerzahl 1989: Knapp 44.000. Einwohnerzahl 2015: Knapp 30.000.

In den letzten 25 Jahren haben sich somit ungefähr 15.000 Zeitzer vom Acker gemacht (Gratulation!). Wenn man sich Zeitz anschaut, dann erkennt man schnell den Grund für die Stadtflucht. Zeitz gammelt vor sich hin. Das Stadtbild ist geprägt von Abrissflächen und Ruinen. Gründerzeitliche Straßenviertel sind von Leerstand und Verfall gekennzeichnet. DDR-Misswirtschaft und der anschließend real existierende Kapitalismus trugen zum Verfall dieser Stadt bei.

Achja, das sollte anbei erwähnt werden: Am 18. August 1976 verbrannte sich der in Zeitz seinen Dienst verrichtende Geistliche Oskar Brüsewitz öffentlich, um ein Zeichen gegen das DDR-Regime zu setzen. Heutzutage würde sich Brüsewitz anzünden, weil der gesamte Burgenlandkreis zu einem stinkenden, braunen Sumpf verkommen ist, in dem sich Nazis wie Fische im Wasser bewegen und straffrei Asylbewerberheime abfackeln können (Tröglitz).

Fazit: Man kann mal durch Zeitz durchfahren, es muss aber nicht sein. Empfehlung: Zeitz großräumig umfahren…


Kraftwerk Thierbach befindet sich in der Abwrackphase

1967 wurde der Grundstein für das Braunkohlekraftwerk Thierbach gelegt. Das Kraftwerk wurde mit sowjetischer Technik betrieben und sorgte (neben einigen anderen Kraftwerken) für die ausgezeichnete DDR-Luft. 1999 erfolgte die Stilllegung und der schrittweise Rückbau der Braunkohle-Dreckschleuder. Oktober 2002 wurde der 300 Meter hohe Schornstein in die Luft gejagt und im März 2006 die Kühltürme. Januar 2015 erwischte es das Kesselhaus I. Die Kesselhäuser II bis IV segneten Februar 2015 das Zeitliche. Nun liegt noch jede Menge zu entsorgender Schrott rum…

Urbex in Leipzig: Keller, Dachböden und Garagen

Zur Abwechslung mal keine Industriebrache, sondern verlassene Keller, Dachböden und Garagenfriedhöfe in Leipzig. Es ist immer wieder erstaunlich, wie geduldig Zeitungspapier (insbesondere Papier von ehemals pflichtbewussten Presseorganen der SED – beispielsweise Leipziger Volkszeitung) ist. Ja, die Medien des Unrechtsstaats DDR passten sich immer brav den Vorgaben der Regierenden an – eben so, wie es die Presse heute noch praktiziert. Hofberichterstattung.

Das alte Förderband für Braunkohle

In der Nähe von Leipzig entdeckten wir ein altes Förderband, welches im Laufe der Jahrzehnte vermutlich mehrere Millionen Tonnen Braunkohle in die Öfen des darunterliegenden Kesselhauses schaufelte. Freilich alles auf Kosten der Umwelt. Wegen der hohen Umweltverschmutzung stand es mit der Gesundheit der DDR-Bewohner nicht gerade zum Besten. Ende der 1980er-Jahre war die Umweltsituation in der DDR dramatisch. Die DDR hatte 1988 knapp 17 Millionen Einwohner, Japan weit über 120 Millionen. Dennoch wurden in der DDR 30-mal so viel Schwefeldioxid emittiert, 100-mal mehr Staub und dreimal so viel CO2. Ja, Umweltschutz und Menschenleben waren der DDR-Regierung nicht egal, sondern scheißegal. Das alte Förderband trägt somit eine Mitschuld. Wann wird es endlich zur Verantwortung gezogen?

Leipzig kümmert sich rührend um seine DDR-Senioren

Von Gustav Heinemann (dritter Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland) stammt das Zitat: „Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den schwächsten ihrer Glieder verfährt“. Zweifelsfrei gehören alte, pflegebedürftige, gebrechliche Menschen zu den schwächsten Gliedern unserer Gesellschaft. Wie wird in Leipzig mit Menschen umgegangen, die 70, 80, 90 Jahre alt (oder älter) sind? Das sind jene Menschen, die im Jahre 1989 um die 50, 60 oder 70 Jahre alt waren und das DDR-Unrechtssystem miterlebten oder als „inoffizielle Mitarbeiter“ (IM) unterstützten. Man darf nicht vergessen, dass das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) im Laufe seiner Existenz ungefähr 624.000 Personen als „inoffizielle Mitarbeiter“ führte. Dann gab es noch rund 180.000 Personen, die in den Jahren 1950 bis 1989 hauptamtlich beim Ministerium für Staatssicherheit beschäftigt waren. Die Täter des DDR-Unrechtssystems leben noch immer unter uns. Für die hier lesenden „Ostalgiker“, möchten wir an dieser Stelle eine kleine „Statistik des Schreckens“ veröffentlichen:

[note note_color=“#ededed“ text_color=“#000000″ radius=“1″]Zwischen 1,3 und 1,4 Millionen Minen ließ die DDR-Regierung an der Grenze verlegen. Es gab 55.000 Selbstschussanlagen. Cirka 3.000 Hunde waren bis in die 80er Jahre an der Grenze im Einsatz. Sie waren auf Menschen abgerichtet. Mehr als 5.500 DDR-Bürger schwammen durch die Ostsee in die Freiheit. 174 ertranken, 4522 Menschen wurden erwischt und festgenommen. Nur 913 gelang die Flucht übers Wasser. 221 Todesurteile wurden in der DDR verhängt, 164 vollstreckt. Mindestens 136 Menschen sind nachweislich allein an der Berliner Mauer erschossen worden. Hinzu kommen 251 Tote, die Grenzkontrollen in Berlin nicht überlebt haben. Bis zu 6.000 Menschen nahmen sich in der DDR jedes Jahr das Leben. Damit hatte die DDR eine der höchsten Selbstmordraten weltweit. Rund 400 Menschen entführte die Stasi aus Westdeutschland in die DDR. Kein einziger Täter musste hinter Gitter. 112 Kilometer Akten übernahm die Birthler-Behörde aus dem Bestand der Stasi, darunter 1,3 Millionen Fotos, 5.000 Filme, 164.000 Tonträger und rund 20.000 Disketten und Magnetbänder. Mindestens 17.000 ehemalige Stasi-Beschäftigte arbeiten heute in Ostdeutschland noch im Öffentlichen Dienst.[/note]

Ein Großteil der Täter von damals ist heute im Rentenalter und vielleicht pflegebedürftig. Seit 1989 sind sowieso alle DDR-Überzeugungstäter entweder dement, im Öffentlichen Dienst oder in der Politik tätig. Wohin mit diesen Personen, wenn sie alt und pflegebedürftig geworden sind? Wir haben in Leipzig-Grünau eine interessante Örtlichkeit gefunden, die diesen Personen gerecht wird und in der sie sich wohlfühlen können. Seniorengerechter Wohnraum für ehemalige IMs und Stasi-Mitarbeiter. Damit echtes DDR-Feeling bei den Bewohnern aufkommen kann, wurde der Eingang zugemauert und diverse Tretminen in den Räumlichkeiten gelegt. Wie man auf dem Bild gut erkennen kann, scheint in den letzten Tagen eine Tretmine im 2. Stockwerk explodiert zu sein.

DDR-Einkaufserlebnis in Knattrich’s Einkaufseck

Wenn man den Geschichtsbüchern glaubt, so ist die DDR (inklusive Mauer) seit nunmehr 25 Jahren nicht mehr existent. Das mag zwar für die ein oder andere Stadt gelten, für die Dörfer der Ostzone jedenfalls nicht. Wer echtes DDR-Feeling erleben möchte, sollte an einem Wochenende durchs Leipziger Umland fahren. Die Häuser an den gepflasterten Schlagschlochstraßen erstrahlen immer noch in einem dezenten schmutzgrau, dunkelgrau oder braungrau – eben so wie vor 25 Jahren. Würde den Eingeborenen der Ostzonendörfer diese Farbpalette nicht gefallen, so bin ich mir sicher, dass sich innerhalb von 25 Jahren die Gelegenheit für einen „Umstrich“ irgendwann ergeben hätte. Also komme ich zu dem Schluss, dass die Dorfbewohner ihre vertrauten DDR-Farben präferieren. Achja, was die Mauer anbelangt, die steht nach wie vor und hat an Höhe sogar noch zugelegt. Kaum zu glauben, aber wahr.
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In den Gewölben eines Leipziger Brauhauses

Das hier gebraute Bier hat vor langer Zeit die Lebern und Nieren der Leipziger Berufs- und Freizeitalkoholiker durchspült und ist mittlerweile ausgepisste Vergangenheit. Wo mag das Bier wohl überall hingepisst worden sein? Egal, irgendwie wird es das Leipziger Grundwasser und die Kanalisation schon erreicht haben und steht mittlerweile wieder als Trinkwasser zur Verfügung. Trinkwasser, welches erneut zum Brauen von Bier hergenommen und letztendlich wieder ausgepisst werden wird. Ja, der Kreislauf des Lebens schließt sich immer und immer wieder. Zuweilen sogar in Leipzig…

LEUNA. Ein geschichtsträchtiger, berüchtigter Ort.

Leuna hat zwar nur knapp 14.000 Einwohner, ist aber weit über die Grenzen von Sachsen-Anhalt und Deutschland hinaus bekannt – zumindest der in Leuna ansässige Chemiepark. Helmut Kohl dürfte Leuna auch noch sehr gut in Erinnerung haben, aber mittlerweile hat Kohl mithilfe seines breiten Arsches alles ausgesessen, was es zum Aussitzen gab. Unter anderem 80 Millionen Mark Schmiergeldzahlungen (Lobbying-Zahlungen), die bei der Privatisierung der Leuna-Raffinerie geflossen sind. Unklar nur, in welche Taschen. Unter Verdacht standen (wie so oft) die CDU und Gewerkschaften. Ein konkreter Zahlungshinweis konnte nie gefunden werden. Dies könnte daran gelegen haben, dass nach dem Regierungswechsel im Jahr 1998 plötzlich Regierungsakten verschwunden waren (Stichwort: Bundeslöschtage). Sechs Aktenbände aus dem Leuna-Komplex fehlten. Ja, so wird bis zum heutigen Tag Politik gemacht. Daran hat sich nichts geändert…

Alte Messe in Leipzig – früher grau in grau, heute endlich bunt!

Die bevorzugte Farbgebung der DDR war zweifelsohne grau und graubraun. Auch die Gebäude der Leipziger Messe erstrahlten zu Zeiten der DDR in einem lebendigen Grau – so lebendig eben, wie die seinerzeitigen DDR-Staatsratsvorsitzenden Ulbricht, Stoph, Honecker, Krenz und Gerlach „lebendig“ waren. Mit dem grauen Einerlei ist seit geraumer Zeit aber Schluss, denn die Sprayerszene überlagert das diktatorisch kommunistische, sozialistische Grau mit den restlichen Farben, die unsere Augen zu sehen vermögen. Endlich.
[box title=“An dieser Stelle ein Aufruf an alle Sprayer:“ radius=“0″]Liebe Sprayer, zieht doch an freien Tagen über sächsische Dörfer und frischt sie auf, denn den Dorfsachsen wurde anscheinend noch nicht mitgeteilt, dass die DDR nicht mehr existent ist und dass es mittlerweile sogenannte Bau- und Heimwerkermärkte gibt, die, man mag es kaum glauben, auch andere Farben als Grau und Graubraun im Sortiment haben.[/box]

Zu Gast im Leipziger Stadtteil „Anger-Crottendorf“

Saufen, saufen, jeden Tag nur saufen, scheint das Lebensmotto vieler Leipziger zu sein. Vor allem in den in Leipzig zuhauf vorkommenden Kleinkariertenvereinen (auch „Schrebergartenvereine“ genannt) wird viel gesoffen. In Anger-Crottendorf sind zahlreiche Kleinkariertenvereine in mustergültiger Manier angesiedelt. Alles streng nach Vorschrift! Sollte sich ein Kleinkarierter mal nicht an die Satzung des Kleinkariertenvereins halten, so wird er vom Kleinkariertenvorstand ernsthaft ermahnt und muss innerhalb einer festgelegten Zeitspanne die vermeintlichen Missstände zur Zufriedenheit der anderen Kleinkarierten beseitigen. Widersetzt sich der gerügte Kleinkarierte, wird er, notfalls mit Gewalt, aus seiner Parzelle geworfen. Ja, in den Kleinkariertenvereinen herrscht noch echtes DDR-Feeling.