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Urbex in Leipzig: Keller, Dachböden und Garagen

Zur Abwechslung mal keine Industriebrache, sondern verlassene Keller, Dachböden und Garagenfriedhöfe in Leipzig. Es ist immer wieder erstaunlich, wie geduldig Zeitungspapier (insbesondere Papier von ehemals pflichtbewussten Presseorganen der SED – beispielsweise Leipziger Volkszeitung) ist. Ja, die Medien des Unrechtsstaats DDR passten sich immer brav den Vorgaben der Regierenden an – eben so, wie es die Presse heute noch praktiziert. Hofberichterstattung.

Unser Tipp: Urbex statt FIFA-Weltmeisterschaft

Als »Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft in Brasilien« hatte Gouverneur Sergio Cabral bereits 2007 mit der brutalen Säuberungs- und »Befriedungspolitik« in strategisch und touristisch interessanten Favelas begonnen. Laut offizieller Statistik tötete die Militärpolizei bei ihren »Befriedungseinsätzen« in jenem Jahr 1330 Menschen. 2009 waren es 1049 getötete Favela-Bewohner. Nach offiziellen Angaben ist diese Zahl zwar 2013 auf 416 zurückgegangen, doch zeichnet sich für das WM-Jahr 2014 wieder ein Anstieg ab. Unsere Empfehlung: Betreibt lieber Urban-Exploration, statt die FIFA-WM in Brasilien als ZuseherIn auch noch zu subventionieren. Schätzungsweise 3.000 bis 4.000 Menschen mussten wegen der FIFA-WM in Brasilien ihr Leben lassen. Darunter viele Kinder und Jugendliche. Boykottiert FIFA-Veranstaltungen so lange, bis dieser korrupte und gewissenlose FIFA-Haufen rund um Sepp Blatter nicht mehr existent ist.

Die „Stasi“ und ihre „Inoffiziellen Mitarbeiter“ in Leipzig

Gegen Ende der DDR fiel schätzungsweise jeder zweite DDR-Bürger der Informationsgewinnung des
Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) zum Opfer. Personen, von denen man es niemals vermutet hätte, arbeiteten als Spitzel (Inoffizielle Mitarbeiter) für die Stasi. Wie man sieht, nicht nur Personen, sondern auch Hunde. Vermutlich wurden aus diesem Grund einige „Inoffizielle Mitarbeiter“ auch als „Schweinehunde“, oder, falls sie weiblicher Natur waren, als „Stasifotzen“ bezeichnet. Übrigens, die Nachfolger von Konrad Duden sind der Meinung, dass das Wort „Fotze“ mit „F“ geschrieben werden sollte. Wikipedia hingegen meint, „Fotze“ könne mitunter auch mit „V“ geschrieben werden. Nunja, scheiß der Hund drauf, der unbekannte Leipziger Graffitikünstler, welcher obigen Schriftzug in der Straße des 18. Oktober (auf dem Brückenübergang zur Alten Messe) verewigte, entschied sich für die Wikipedia-Version.

Alte Messe in Leipzig – früher grau in grau, heute endlich bunt!

Die bevorzugte Farbgebung der DDR war zweifelsohne grau und graubraun. Auch die Gebäude der Leipziger Messe erstrahlten zu Zeiten der DDR in einem lebendigen Grau – so lebendig eben, wie die seinerzeitigen DDR-Staatsratsvorsitzenden Ulbricht, Stoph, Honecker, Krenz und Gerlach „lebendig“ waren. Mit dem grauen Einerlei ist seit geraumer Zeit aber Schluss, denn die Sprayerszene überlagert das diktatorisch kommunistische, sozialistische Grau mit den restlichen Farben, die unsere Augen zu sehen vermögen. Endlich.
[box title=“An dieser Stelle ein Aufruf an alle Sprayer:“ radius=“0″]Liebe Sprayer, zieht doch an freien Tagen über sächsische Dörfer und frischt sie auf, denn den Dorfsachsen wurde anscheinend noch nicht mitgeteilt, dass die DDR nicht mehr existent ist und dass es mittlerweile sogenannte Bau- und Heimwerkermärkte gibt, die, man mag es kaum glauben, auch andere Farben als Grau und Graubraun im Sortiment haben.[/box]

Hurra, die Mauern sind noch da!

In den Köpfen wurde die DDR-Mauer (der sogenannte „antifaschistische Schutzwall“) sowieso niemals abgerissen und ist bis dato sogar noch einige Meter höher gewachsen, als sie jemals von dem menschenverachtenden Unrechtsstaat DDR und dem Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht geplant war. Nur richtet sich heutzutage die „Mauer in den Köpfen“ mittlerweile nicht mehr gegen Faschisten, denn die saßen 41 Jahre lang schön eingemauert mitten in der DDR, sondern schlicht und ergreifend gegen „Wessis“. Wessi-Hass ist neben Rechtspopulismus und Ausländerfeindlichkeit in der ehemaligen DDR zu einer Art Volkssport geworden. Freudig überrascht hat mich, dass hier in Leipzig und Umgebung, inmitten zerstörter DDR-Misswirtschafts-Landschaften, jede Menge Mauern real-existent rumstehen, die problemlos überwunden werden können.