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URBEX: Metallurgische Industrie in Leipzig

Am 1. Juli 1948 wurde die verstaatlichte Firma Meier & Weichelt in GUS Leipziger Eisen- und Stahlwerke VEB umbenannt. Produziert wurden vor allem Gusserzeugnisse für die Herstellung von Motoren für Traktoren und Landmaschinen. 1966 erfolgte die Umbenennung in VEB Gießereianlagen Leipzig. Ab 1969 war der VEB Stammbetrieb des VEB GISAG Kombinat für Gießereiausrüstungen und Gusserzeugnisse Leipzig. Von dem Betrieb ist nicht mehr viel übriggeblieben. Einen Zeitungsartikel in ‚DIE ZEIT‘ gibt es noch (vom 13.04.1990 / Nr. 16), in welchem die VEB GISAG erwähnt wird. Thema: „Sozialklima in der DDR. Die alten, neuen Herren“.

Hier ein Auszug aus ebenerwähnter Ausgabe:

[…] Bei den GISAG-Arbeitern wird der Direktor skeptisch beurteilt. Noch nach der Wende, als das SED-Politbüro bereits abgeschafft war, habe er der Parteiführung in Ost-Berlin angehört, erzählt der Schlosser Rainer Bautze. Und nun solle der einst überzeugte Kommunist den riesigen Industriebetrieb in die Marktwirtschaft führen? Vertrauen ging auch zu Bruch, als bekannt wurde, daß zwei Bereichsleiter regelmäßig zu den Leipziger Montagsdemonstrationen geschickt wurden, um zu erkunden, wer von den GISAG-Beschäftigten daran teilnahm. Dies empörte die Arbeiter vor allem deshalb, weil der Bruder des Direktors, ein Generalleutnant, der ranghöchste Stasi-Beamte im Bezirk Leipzig war. „Aber die Angst“, sagt Rainer Bautze, „die war damals schon vorbei.“ […]

Ja, die SED verstand es seinerzeit, ihre Leute nach der Wende wieder in Führungspositionen zu hieven. Dort sitzen sie (teilweise) bis zum heutigen Tag, respektive ihre Brut. Seilschaften allerorten in der ehemaligen DDR und insbesondere in Sachsen (siehe auch Artikel „Sachsensumpf“).