Ergebnisse für den Suchbegriff: "Leutzsch"

Diese Bilder könnten diesmal ein wenig teurer werden als gewohnt…

…und das alles wegen eines Fußballspiels der Leutzscher Mannschaft, welches ausnahmsweise völlig ohne Fanklopperei oder anderweitigen fußballüblichen Vorkommnissen stattgefunden zu haben scheint, denn den mit Fernrohren ausgestatten Polizisten war es während der Amateur-Kickerei vermutlich so langweilig, dass sie mit ihren optischen Geräten nicht nur nach „Fußball-Ausschreitungen“ Ausschau hielten, sondern stattdessen die fernliegende Umgebung beglotzten und dabei  zwei völlig harmlose Urban-Explorer erblickten, welche sich auf dem  obersten Stockwerk einer (fast) dachlosen und problem- und gefahrlos (sofern man in der Lage ist, über ein ca. 70 cm hohes Mäuerchen zu hüpfen, klettern oder steigen) zu besichtigenden Leutzscher Industriebrache befanden, um dort ein Fotoshooting zu absolvieren. Schnell wurden die Fotoshooting-Urban-Explorer von zwei Seiten eingekreist, nachdem sie die Industriebrache bereits verlassen hatten und an Bahngleisen entlanglaufend die nächste Industriebrache aufsuchen wollten. „Vorsichtshalber“ wurde von den übereifrigen Polizeikräften auch noch die Feuerwehr und ein Rettungswagen bestellt.

Freilich hörten die Urban-Explorer das Tatü-Tata, dachten aber keineswegs daran, dass dieses Aufgebot zu ihrer „Sicherheit“ aufgefahren wurde, sondern waren felsenfest der Überzeugung, dass dieser Aufmarsch an Polizeikräften und Notfallfahrzeugen sicherlich wegen des Leutzscher Fußballspiels stattfindet. Da hatten sich die zwei aber ordentlich getäuscht.

Ein besorgter und leicht übergewichtiger Polizist, sowie zwei Polizistinnen (sie schienen mir auch etwas übergewichtig), joggten den Missetätern entgegen, während diese in aller Ruhe noch letzte Außenaufnahmen von dem erkundeten Gebäude schossen. Die untergehende Sonne bot schließlich wunderbares Licht. Keuchend erreichte die exekutive Dreierbande die „Erkunder des städtischen Lebensraums“ und klärten jene bei Ankunft (dabei völlig außer Atem) über all die Straf- und Ordnungswidrigkeiten auf, welche diese begangen haben sollen. Ebenso wurden den beiden mitgeteilt, dass Feuerwehr und Rettungswagen zwecks Sicherheit und eventueller Notfallrettung herbeigerufen worden sind. Wegen einer kleinen Beule am Kopf wäre dies meines Erachtens nicht nötig gewesen, denn der von der Polizei belehrte Urban-Explorer hatte sich zwar eine kleine Verletzung zugezogen (weil er in einem neben der Industriebrache liegenden Schuppen aus Unachtsamkeit mit dem Kopf gegen ein Metallrohr gelaufen war), aber die Verletzung war seinerseits eigentlich längst vergessen. Die Urban-Explorer sollten nun ihre Ausweise vorzeigen. Das Fotomodell bemerkte gegenüber der Polizei, dass es ihr nicht möglich sei einen Ausweis bei sich zu führen, weil dieser nicht in ihre kleine Geldtasche passt. Stattdessen zeigte sie ihren Organspendeausweis, was eine der beiden Polizistinnen missfiel und  daraufhin meinte, dass dies aber zynisch sei. Nunja, dieser Zwischenruf der Polizistin muss nicht verstanden werden. Was soll an einem Organspendeausweis zynisch sein?

Die Exekutive setzte sich daraufhin mit der Zentrale in Verbindung, welche die Daten des Fotomodells überprüfen sollte. Nach 10 Minuten stellte sich dann endlich heraus, dass die auf dem Organspendeausweis eingetragenen Daten wohl mit den Daten des Einwohnermeldeamts übereinstimmen und ließ die beiden endlich ziehen – selbstverständlich in Begleitung eines mittlerweile zusätzlich erschienenen Polizisten. Der wusste aber nicht so recht, wie man aus dem Gelände raus kommt und beauftragte den erfahrenen Erkunder des städtischen Lebensraums mit der Rückführung der Dreiergruppe (Polizist, Urban-Explorer und Fotomodell – die anderen drei PolizistInnen nahmen einen anderen Rückweg). Der Aufstieg zur Straße bereitete dem  ebenfalls übergewichtigen Polizisten ein wenig Probleme, er schlug sich aber tapfer. Oben angekommen fand dann die Verabschiedung statt. Man wünschte sich einen schönen Tag.

Mal sehen, wie die Staatsanwaltschaft die Verhältnismäßigkeiten dieses Einsatzes beurteilen wird. Jedenfalls sind die Bilder schön geworden und letztendlich kommt es nur darauf an…

Leipziger wollen nicht in Straßenbahnen wohnen…

18 von den Leipziger Verkehrsbetrieben (LVB) ausgemusterte, schrottreife Tatra-Straßenbahnen stehen (seit Jahren) zur Abholung (von wem auch immer) bereit! In den letzten Tagen informierte die Leipziger Volkszeitung (LVZ) über den Straßenbahnfriedhof in Leipzig-Leutzsch. Hier ein Ausschnitt des Artikels:

LVZ - irgendwann im Februar des Jahres 2016
Leipziger Volkszeitung – irgendwann im Februar des Jahres 2016

Aha, der Schrottpreis liegt total am Boden und aus diesem Grund sollen die vergammelten (mittlerweile auch angekokelten) Straßenbahnen weiterhin auf Leutzscher Boden stehenbleiben, in der Hoffnung, dass der Schrottpreis sich wieder aufrafft und zum Klettern anfängt. Irgendwie wäre die Logik ja nachvollziehbar, wenn nicht schon bereits vor 7 Jahren über diese schrottreifen Straßenbahnen berichtet worden wäre. Sogar von BILD. Nunja, das Attribut „Zeitung“ erspare ich mir bei diesem Käseblatt, aber nichtsdestotrotz sei an dieser Stelle zitiert, was im Oktober 2009 dort stand. Hier ein Ausschnitt des Artikels:

BILD - irgendwann im Oktober des Jahres 2009
BILD – irgendwann im Oktober des Jahres 2009

Ach’ne, das gibt es doch nicht! Schon 2009 war der Schrottpreis extrem niedrig? Also auch am Boden liegend? Damals hatte man die glorreiche Idee, dass die Leipziger vermutlich ganz wild darauf seien, Straßenbahnen zu kaufen, um sie sich in ihre Vorgärten, Lauben, Hobbykeller zu stellen oder sogar darin zu wohnen. Die euphorische Verkaufstheorie des Iftec-Geschäftsführers stand jedoch in diametraler Position zu den eingefahrenen Lebensgewohnheiten der Leipziger. Mir ist kein einziger privater Straßenbahnverkauf bekannt, auch sah ich bislang in keinem Vorgarten eine Tatra-Straßenbahn rumstehen. Leipziger wollen nicht in Straßenbahnen wohnen. Sie bevorzugen Plattenbauten.

Da gibt es doch diese Redewendung, in welcher die Wörter „Fehler“ und „daraus lernen“ vorkommen. Der genaue Wortlaut ist mir dummerweise entfallen. Was soll’s! Scheiß der Hund drauf!

Heute schauten wir uns diesen „Straßenbahnfriedhof“ etwas genauer an und kurzerhand fasste ich den Entschluss, 18 Straßenbahnen an einen mir bekannten Schrotthändler zur Selbstabholung in Leutzsch bereitzustellen und zu verkaufen. Für schlappe 15.000.- Euro. Also 3.000.- Euro günstiger, als der Schrotti den Leipziger Verkehrsbetrieben gezahlt hätte. Wegen Selbstabholung räumte ich ihm einen großzügigen Preisnachlass ein. Bedingung war, dass der Betrag im Voraus bezahlt werden musste und die Straßenbahnen in der kommenden Sonntagnacht um 2.30h abgeholt werden müssen. Was für den Schrotthändler kein Problem darstellte.

Die LVB wird mir sicherlich für meine Aktion dankbar sein, denn schließlich nahm ich ihr eine Entscheidung ab, die sie jahrelang nicht in der Lage war zu fällen. Um die Sorge, wie denn das Geld angelegt oder ausgegeben werden sollte, brauchen sich die Leipziger Verkehrsbetriebe ebenfalls keine Gedanken machen, denn auch diesen Part habe ich den Verkehrsbetrieben in meiner grenzenlosen Selbstlosigkeit abgenommen…