Ergebnisse für den Suchbegriff: "Neonazis"

Herr Putin, Sie haben ein paar Sachen vergessen mitzunehmen…

Naja, eigentlich haben nicht Sie die Sachen vergessen, sondern Ihr oller Vorgänger Boris Jelzin. Gott sei seiner Schnapsleiche gnädig. Da Sie sich aber gerade gen Westen bewegen, werter Herr Putin, könnten Sie auch mal in Leipzig vorbeischauen und diverse Hinterlassenschaften beseitigen. Bei dieser Gelegenheit wäre vielleicht anzuraten, Leipzig wieder zu okkupieren. Den Leipzigern kann man sowieso nichts recht machen. Zurzeit latschen sie wieder als Montagsdemonstranten durch die Gegend. Montagsdemos, welche von homophoben Weltverschwörungstheoretikern und EU-Hassern initiiert werden. Was haben die Montagsdemos überhaupt gebracht? Von der sozialistischen Diktatur direktemang in die kapitalistische Diktatur hinein. Die neuaufgelegten Montagsdemos rattern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit und mit vollem Karacho in den braunen Sumpf. Herr Putin, die Krim haben Sie sich mittlerweile schon unter den Nagel gerissen und die West-Ukraine folgt nach der Ost-Ukraine. Leipzig ist nicht mehr weit. Man erwartet Sie hier.

Sangerhausen: Überall deutlich sichtbare Spuren grenzenloser Dummheit

Freilich, Deppen gibt es überall, aber in Sangerhausen scheinen sie geballt vorzukommen. So fand im August 2013 eine der größten Nazi-Veranstaltungen von Sachsen-Anhalt in Sangerhausen statt. Der unterbelichtete Klappstuhl und ehemalige NPD-Vorsitzende Udo Voigt schwang in Sangerhausen seine hohlen, scheißbraungefärbten Phrasen, und Rechtsrockbands (u.a. Kraftschlag, Strafmaß und Frank Rennicke) sorgten mit ihren genauso hohlen Texten für Heimattümelei und grenzdebilen Populismus. Ja, so geht es ab in Sangerhausen! Selbst im ehemaligen Bahnbetriebswerk sind deutlich die Spuren Sangerhauser Einfältigkeit zu sehen: Alle Hallen sind mit Hakenkreuzen und rechtsfaschistischen Parolen vollgeschmiert. Scheint das Einzige zu sein, was die Neonazi-Hohlköpfe und deren Sympathisanten im Dauersuffzustand noch einigermaßen zu beherrschen scheinen: Hakenkreuze malen.

Für Sangerhauser „Neo-Nazis in Ausbildung“ hier ein wertvoller Linktip:
Malen nach Zahlen für Neo-Nazis

Alte Messe in Leipzig – früher grau in grau, heute endlich bunt!

Die bevorzugte Farbgebung der DDR war zweifelsohne grau und graubraun. Auch die Gebäude der Leipziger Messe erstrahlten zu Zeiten der DDR in einem lebendigen Grau – so lebendig eben, wie die seinerzeitigen DDR-Staatsratsvorsitzenden Ulbricht, Stoph, Honecker, Krenz und Gerlach „lebendig“ waren. Mit dem grauen Einerlei ist seit geraumer Zeit aber Schluss, denn die Sprayerszene überlagert das diktatorisch kommunistische, sozialistische Grau mit den restlichen Farben, die unsere Augen zu sehen vermögen. Endlich.
[box title=“An dieser Stelle ein Aufruf an alle Sprayer:“ radius=“0″]Liebe Sprayer, zieht doch an freien Tagen über sächsische Dörfer und frischt sie auf, denn den Dorfsachsen wurde anscheinend noch nicht mitgeteilt, dass die DDR nicht mehr existent ist und dass es mittlerweile sogenannte Bau- und Heimwerkermärkte gibt, die, man mag es kaum glauben, auch andere Farben als Grau und Graubraun im Sortiment haben.[/box]

Vor Ort in Borsdorf (bei Leipzig): VEB Kunstleder

Dass dieses Gelände komplett kontaminiert sein dürfte, ist so sicher wie das „Amen“ in einer katholischen Kirche. Auf dem Gelände sind allerorten Tanks mit diversen Chemikalien zu finden. Unter anderem wurde Zyklohexanon verwendet, welches zur Herstellung von Perlon (und auch Kunstleder) benötigt wird/wurde. Über dem Gelände schwebt Acetongeruch. Das kontaminierte Betriebsgelände wird teilweise als Pferdekoppel genutzt. Unfreundliche Verwalter empfingen uns mit „HALT, STEHENBLEIBEN“, woraufhin wir erstmal lauthals ablachen mussten.

Taucha (bei Leipzig): Stadt mit äußerst unrühmlicher Vergangenheit.

In den Jahren 1944/1945 befand sich in der heutigen Mathias-Erzberger-Straße ein Außenlager des KZ Buchenwald für 440 männliche Häftlinge, die bei der Hugo Schneider AG HASAG Zwangsarbeit verrichten mussten. Ein Außenlager für 1.200 Frauen, auch sie meist Jüdinnen, mussten ebenfalls in der Rüstungsproduktion arbeiten.

Anbei ein Auszug aus dem Buch: „Der Ort des Terrors“ (Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager), Band 3, Seite 583ff:

Der gezielte Einsatz der Sintihäftlinge (wie auch der Jüdinnen) zu körperlich schwerer und gesundheitsschädlicher Arbeit forderte viele Opfer. Von den am 7. September 1944 in Taucha eingelieferten „Zigeunerinnen“ war nach kurzer Zeit fast jede Dritte nicht mehr in der Lage, die zwölfstündigen Arbeitsschichten durchzustehen. 149 von ihnen wurden am 11. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert. Ungenügende Bekleidung und äußerst mangelhafte Lagerhygiene führten zur Erkrankung vieler Frauen. Infektionskrankheiten wie Typhus, Diphterie und Tuberkulose traten gehäuft auf. Anfang 1945 wechselte die Lagerführung. SS-Unterscharführer Martin Wagner löste den von den Frauen wegen seiner Brutalität gefürchteten SS-Scharführer Schmidt ab.

Den Todesmarsch, bei Auflösung der Lagers im Frühjahr 1945, überlebten nur wenige. Neben diesen Außenlagern existierten noch weitere zwölf Zwangsarbeitslager und Kriegsgefangenenlager, deren Häftlinge für die Mitteldeutschen Motorenwerke GmbH („Mimo“) arbeiteten und vor dem Ortsteil Pönitz untergebracht waren. Wie und wo gedenkt Taucha eigentlich der Opfer des Nationalsozialismus? Wie geht Taucha mit diesem Teil der Stadtgeschichte um? Sieht man sich auf den Seiten von www.taucha.de unter dem Menüpunkt „Historisches“ und dem Unterpunkt „16. Jahrhundert bis 1990“ um, so muss leider festgestellt werden, dass dieser unrühmliche Part städtischer Geschichte einfach ausgeblendet wurde. Die Zeit des Nationalsozialismus wird lediglich mit folgenden Worten kurz umrissen:

[…] Die Einwohnerzahl Tauchas steigt deutlich, maximal auf 22.799 im Jahr 1944. Darunter sind allerdings auch viele Aussiedler und Flüchtlinge sowie ausländische Fremdarbeiter. Durch die Luftangriffe im 2. Weltkrieg erleidet Taucha relativ geringe Schäden, am meisten sind die kriegswichtigen Mitteldeutschen Motorenwerke betroffen. Mit der Besetzung des Rathauses durch amerikanische Truppen am 19.04.1945 nach friedlicher Übergabe, enden für Taucha die Hitler-Diktatur und der 2. Weltkrieg. […]
(Originalzitat von www.taucha.de)

Sehr schlechter Stil, Taucha. Sehr schlecht.

Volkseigener Betrieb (VEB) Rundfunk- und Fernmelde-Technik (RFT)

Dieser Betrieb hatte mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eine fette Standleitung zum nächsten Stasi-Büro, damit Telefongespräche mitgeschnitten und ausgewertet, sowie verdächtige Personen verhört, erschossen oder inhaftiert werden konnten.

Jeder Scheißdreck wurde penibel dokumentiert. Im VEB RFT waren die Männer eindeutig in der Unterzahl. Nicht verwunderlich, dass seitens der männlichen Mitarbeiter Kleidertrennung und Umkleideanlagen gefordert wurden. Die Männer waren vermutlich tagtäglich sexuellen Übergriffen geschlechtslüsterner Frauen ausgeliefert.

Nach der Wende wurden in diesem Betrieb cirka zwei Jahre lang Telefonhörerschalen für die Telekom zusammengebastelt. Der Laden ging mitsamt den Firmeninhabern den Bach runter. Dem Kapitalismus musste Tribut gezollt werden. Seit 1992 liegt dieser Betrieb brach.

Schkeuditz: Kleinstadt mit mieser Atmosphäre

Während des Dreißigjährigen Krieges wurde Schkeuditz zwölfmal niedergebrannt und neunmal geplündert. Der Ortsteil Freiroda war 1660 von Hexenverfolgung betroffen. Das südöstlich der Stadt gelegene „Rittergut Altscherbitz“ wurde ab 1876 als „Provinzial-Irrenanstalt Altscherbitz“ genutzt. Während des 3. Reichs diente diese Anstalt als „Zwischenanstalt“ für die NS-Tötungsanstalt Bernburg im Rahmen der Aktion T4. Schkeuditz ist eine Stadt mit außergewöhnlich schlechten atmosphärischen Schwingungen – kein Wunder, dass in Schkeuditz überall NPD Plakate hängen und um Wählerstimmen gebuhlt wird. Passt wunderbar zur negativen Ausstrahlungskraft dieser Stadt.

Bis zur Wende bestand die VEB Edelpelz Schkeuditz mit zwei Werken. Wir haben die tierverachtenden Ruinen der VEB Edelpelz besichtigt.

Ehemaliges Leichenkühlhaus der Psychiatrie in Altscherbitz

In der 1876 gegründeten „Heil- und Pflegeanstalt Altscherbitz“ wurden Geisteskranke „kolonisiert“. Die Geschichte des Krankenhauses in der NS-Zeit ist noch immer ungeschrieben. Insbesondere die Verstrickung in die „Aktion T4“ (Euthanasiemorde in der NS-Zeit) ist ein weißer Fleck, der dringend der Erforschung bedürfte. Altscherbitz galt während des 3. Reiches als „Psychiatrie des Todes“. An Patienten wurden außerdem Zwangssterilisationen durchgeführt.

Kühlraum für Leichen aus der Altscherbitzer Psychiatrie. Die Leichen wurden übereinander gestapelt.

Freilich achteten die Klinikleiter nach dem 3. Reich darauf, dass aussagekräftige Dokumente wie Pfleglings- und Personalakten, Berichte oder Tagebuchaufzeichnungen vernichtet wurden. Trotz aller Vertuschungsbemühungen sind noch schriftliche Fragmente vorhanden, welche die politische Haltung der damaligen Anstaltsleitung und Diakonenschaft verdeutlichen. Hier ein Auszug einer Festansprache:

„Wir sind durchaus damit einverstanden, dass der neue Staat [Anm. der Redaktion: das NS-Regime] durch gesetzliche Maßnahmen eine Überflutung unseres Volkes mit krankem Menschentum abzuwehren sucht. […] Was auf den deutschen Landstraßen heimatlos, arbeitslos, hoffnungslos, oft auch ehrlos herumirrt, was in den Siechenstationen unserer Blöden- und Epileptischen-Anstalten krank daniederliegt, das verdankt sein Elend nicht nur und nicht einmal in erster Linie eigener Verschuldung, sondern das ist Opfer einer verdorbenen Volksgemeinschaft, einer entarteten Volkskultur.“

Insgesamt entdeckten wir in der verbarrikadierten Kapelle fünf verzinkte Leichenbahren.

Als wir in den letzten Tagen durch Schkeuditz und Altscherbitz liefen, um der Psychiatrie-Geschichte ein wenig auf den Grund zu gehen, fiel uns auf, dass Altscherbitz und Schkeuditz mit NPD-Plakaten zugebombt waren. Viel scheint sich in diesen Orten nicht geändert zu haben.

Die Psychiatrie Alterscherbitz wurde seinerzeit mit eigenem Friedhof ausstaffiert. Die Bilder wurden in der verbarrikadierten Friedhofskapelle aufgenommen. Das gesamte Friedhofsareal ist gut eingezäunt und das Portal verschlossen.

Sollte vielleicht auch noch erwähnt werden: Nachwievor gibt es in Altscherbitz eine Psychiatrie – in den gleichen Gemäuern wie vor knapp 140 Jahren. Der Friedhof wird nur nicht mehr genutzt.