Ergebnisse für den Suchbegriff: "Urban Exploration"

Taucha (bei Leipzig): Stadt mit äußerst unrühmlicher Vergangenheit.

In den Jahren 1944/1945 befand sich in der heutigen Mathias-Erzberger-Straße ein Außenlager des KZ Buchenwald für 440 männliche Häftlinge, die bei der Hugo Schneider AG HASAG Zwangsarbeit verrichten mussten. Ein Außenlager für 1.200 Frauen, auch sie meist Jüdinnen, mussten ebenfalls in der Rüstungsproduktion arbeiten.

Anbei ein Auszug aus dem Buch: „Der Ort des Terrors“ (Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager), Band 3, Seite 583ff:

Der gezielte Einsatz der Sintihäftlinge (wie auch der Jüdinnen) zu körperlich schwerer und gesundheitsschädlicher Arbeit forderte viele Opfer. Von den am 7. September 1944 in Taucha eingelieferten „Zigeunerinnen“ war nach kurzer Zeit fast jede Dritte nicht mehr in der Lage, die zwölfstündigen Arbeitsschichten durchzustehen. 149 von ihnen wurden am 11. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert. Ungenügende Bekleidung und äußerst mangelhafte Lagerhygiene führten zur Erkrankung vieler Frauen. Infektionskrankheiten wie Typhus, Diphterie und Tuberkulose traten gehäuft auf. Anfang 1945 wechselte die Lagerführung. SS-Unterscharführer Martin Wagner löste den von den Frauen wegen seiner Brutalität gefürchteten SS-Scharführer Schmidt ab.

Den Todesmarsch, bei Auflösung der Lagers im Frühjahr 1945, überlebten nur wenige. Neben diesen Außenlagern existierten noch weitere zwölf Zwangsarbeitslager und Kriegsgefangenenlager, deren Häftlinge für die Mitteldeutschen Motorenwerke GmbH („Mimo“) arbeiteten und vor dem Ortsteil Pönitz untergebracht waren. Wie und wo gedenkt Taucha eigentlich der Opfer des Nationalsozialismus? Wie geht Taucha mit diesem Teil der Stadtgeschichte um? Sieht man sich auf den Seiten von www.taucha.de unter dem Menüpunkt „Historisches“ und dem Unterpunkt „16. Jahrhundert bis 1990“ um, so muss leider festgestellt werden, dass dieser unrühmliche Part städtischer Geschichte einfach ausgeblendet wurde. Die Zeit des Nationalsozialismus wird lediglich mit folgenden Worten kurz umrissen:

[…] Die Einwohnerzahl Tauchas steigt deutlich, maximal auf 22.799 im Jahr 1944. Darunter sind allerdings auch viele Aussiedler und Flüchtlinge sowie ausländische Fremdarbeiter. Durch die Luftangriffe im 2. Weltkrieg erleidet Taucha relativ geringe Schäden, am meisten sind die kriegswichtigen Mitteldeutschen Motorenwerke betroffen. Mit der Besetzung des Rathauses durch amerikanische Truppen am 19.04.1945 nach friedlicher Übergabe, enden für Taucha die Hitler-Diktatur und der 2. Weltkrieg. […]
(Originalzitat von www.taucha.de)

Sehr schlechter Stil, Taucha. Sehr schlecht.

Der Leipziger Stadtteil Stötteritz

Dieser Ortsteil stellt gewissermaßen die „Rocky Mountains“ von Leipzig dar. Seltsamer Name: ‘Stötteritz’ – vom westslawischen Dialektwort ‘stodor’ abgeleitet, was “seichter Acker auf Felsengrund” oder auch “Felsen, Bergrücken oder Hauten” bedeutet. Sollte vermutlich darauf hinweisen, dass dieser Ort auf steinigem Grund erbaut wurde. Stötteritz ist der höchstgelegene Ortsteil Leipzigs und kann daher als die ‘Rocky Mountains Leipzigs’ bezeichnet werden.

Während der Völkerschlacht hatte übrigens General MacDonald an einer der fünf Windmühlen seinen Befehlsstand – wurde aber durch russische Kavallerie ins Dorf zurückgedrängt. Verwunderlich, dass man in Leipzig noch nicht auf die Idee gekommen ist, in Stötteritz (an der alten Windmühle) ein McDonald-Drive-In zu errichten. Wäre schließlich naheliegend.

Stadtteile Lindenau und Plagwitz

Lindenau heute: Einstürzende Firmengebäude, Alkoholismus und Billigbier…

Das Dorf ‘Lindenau’ wurde vor ungefähr 1000 Jahren von deutschen Bauern gegründet und wandelte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer prosperierenden Industriegemeinde. Um 1920 lebten cirka 10% der Leipziger Bevölkerung in Lindenau. Mit der Wende kam das Aus für die Lindenauer Industrie. Heute gibts in Lindenau vor allem hohe Arbeitslosigkeit, einstürzende Industriegebäude und Discounter mit Billigbier, um den Alkoholismus der arbeitssuchenden Bevölkerung zu subventionieren.