Zeitz: Eine Stadt gammelt vor sich hin.

29.500 Einwohner, Burgenlandkreis, Sachsen-Anhalt, vermutlich seit 1.000 Jahren Weinanbaugebiet, Bierlager-Katakomben, Kinderwagenmuseum, Schloss Moritzburg, ZeKiWa (Kinder- und Puppenwagenproduktion zu DDR-Zeiten).

Soweit die Fakten. Interessant der zu beobachtende Einwohnerschwund in Zeitz: Einwohnerzahl 1989: Knapp 44.000. Einwohnerzahl 2015: Knapp 30.000.

In den letzten 25 Jahren haben sich somit ungefähr 15.000 Zeitzer vom Acker gemacht (Gratulation!). Wenn man sich Zeitz anschaut, dann erkennt man schnell den Grund für die Stadtflucht. Zeitz gammelt vor sich hin. Das Stadtbild ist geprägt von Abrissflächen und Ruinen. Gründerzeitliche Straßenviertel sind von Leerstand und Verfall gekennzeichnet. DDR-Misswirtschaft und der anschließend real existierende Kapitalismus trugen zum Verfall dieser Stadt bei.

Achja, das sollte anbei erwähnt werden: Am 18. August 1976 verbrannte sich der in Zeitz seinen Dienst verrichtende Geistliche Oskar Brüsewitz öffentlich, um ein Zeichen gegen das DDR-Regime zu setzen. Heutzutage würde sich Brüsewitz anzünden, weil der gesamte Burgenlandkreis zu einem stinkenden, braunen Sumpf verkommen ist, in dem sich Nazis wie Fische im Wasser bewegen und straffrei Asylbewerberheime abfackeln können (Tröglitz).

Fazit: Man kann mal durch Zeitz durchfahren, es muss aber nicht sein. Empfehlung: Zeitz großräumig umfahren…